Lecker: Wolfman am Openair St.Gallen

Für uns hätte das Openair St.Gallen nicht besser starten können. Freitag, 15:30, sun is shining und als Opener auf der grossen Bühne eine unserer Lieblingsbands: Wolfman. Lecker.

Das sympathische Zürcher Duo, welches 2013 ihren ersten Gig (vor Albumrelease) am Zürich Openair absolvierte und im gleichen Jahr die M4Music Demotape Clinic rockte, begannen souverän. Wolfman kannte ich live bisher als Trio. Am OASG standen sie zu fünft auf der Bühne. Darunter unter anderem Chocolococolo, bekannt durch Kollabos mit Knackeboul, welcher die Tasten bediente. Das St.Galler Publikum liess sich von Beginn an zu den smoothen, manchmal düsteren und doch immer groovenden Beats treiben.

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Ich fragte meinen mir nicht bekannten Mithörer zu meiner Linken wie es ihm gefalle und ob er die Band vorher gekannt habe. Ein bestimmtes Ja und ein schüchternes Nein. Auch meine zweite Frage bezüglich Genre-Zuordnung mit einem eher verlegenen: „Hmm, ehrlich gesagt, keine Ahnung“. Auf meinen Vorschlag „Indie gepaart mit Elektro und Pop“ stimmt er zu. Auch zu meiner nächsten Frage, welchem Land er die Band ohne Vorkenntniss zugeordnet hätte, konnte er keine Antwort liefern. Jedoch bemängelte er, dass die Stimmen (wir standen in der 5ten Reihe) zu leise und der Bass dafür zu laut und druckvoll war. Allgemein ein eher kritischer Tenor, mit welchem das OASG zu kämpfen hat. Tipp: Nahe dem Mischpult ist der Eargasm auch am OASG gewährleistet.

Angelo Repetto, neben Kate das zweite Zugpferd der Band, hat übrigens spannende Wurzeln. Marco Repetto veröffentlicht Ende der 1980er Jahre eines der ersten Techno-Alben Europas und kann somit zu den Pionieren der elektronischen Musik gezählt werden. Mit Eisbär stürmte er Anfang 80er die deutschen und österreichischen Charts als Schlagzeuger der NDW-Band Grauzone.

Nach dem hochgelobten ersten Album „Unified“ doppelt Wolfman nun nach. „Overboard“ heisst ihr zweites Baby und wird diesen Sommer erscheinen. Letzte Woche droppte die Band die erste Singleauskopplung:

Auch wenn Wolfman beim Konzert zum Grössten Teil die alten Songs spielte, war es ein perfekter Openair-Auftakt. Dynamisch, symphatisch und mitreissend. Nun heisst es abwarten und Bier trinken, bis ihr neues Album den Weg in unsere Ohrmuscheln findet.

Dieser Artikel wird zusätzlich beim Saiten – Ostschweizer Kulturmagazin erscheinen.

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