Postrock-Shoegaze aus Solothurn: Last Leaf Down

Eigentlich ist das Wetter momentan viel zu schön, um sich mit solch schwerer Musik zu befassen. Ich tu’s aber trotzdem. Nicht aus Gründen der Aktualität (ihr Album ist bereits letztes Jahr erschienen), sondern weil ich über diese Solothurner Band, respektive über ihr neustes Video «In These Waters» gestolpert und davon ziemlich begeistert bin.

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Last Leaf Down machen wunderschönen, düsteren Shoegaze-Postrock. Und wie sie den machen. Hätten nachdenkliche, leicht gruselige, vernebelte Träume einen Soundtrack, gäbs wohl kaum etwas passenderes als ihr Album «Fake Lights».

Jeder der 13 Songs auf dem Album zieht eine mächtige Hallfahne hinter sich her. Last Leaf Down sind deshalb auf eine irgendwie angenehme Art nicht zu fassen, distanziert und weit weg. Musik die nur in eine Richtung kommuniziert – in diejenige des Hörers. Die Songs wollen gehört und wahrgenommen werden, verlangen aber keine Antwort oder sonstige Reaktion.

Sobald man sich in den nebulösen Gefilden des Albums zurechtgefunden hat, gibt’s keine Überraschungen mehr. Die weiten Klanglandschaften tun sich mit den ersten Klängen auf und verschwinden erst wieder, wenn der Nachhall der letzten Takte verstummt ist. So soll’s sein.

Wer Last Leaf Down auf Facebook besucht, der dürfte vorerst mal überrascht sein. Über 34’000 Likes schlagen einem da entgegen. Immerhin sind das rund 10’000 Likes mehr als beispielsweise nationale Grössen wie Züri West oder Patent Ochsner aufzuweisen haben. Grosser Unterschied: im Vergleich zu Züri West (>90%) uä. stammen bei den Solothurnern nur rund ein Siebzigstel aller Likes aus der Schweiz. Nicht allzu erstaunlich also, dass diese Band hierzulande noch keine grossen Wellen geschlagen hat. Aber was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden.

 

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Rastloser Musikentdecker, Konzertgänger, Multimediaproduzent, Kulturkonsument, Fraine's Stimme & Gitarre.