Dachs – Büzlä EP

Jaja, das Sanggallerdütsch, oftmals belächelt und als «chli grüsig» deklariert. Mundartmusik aus der Ostschweiz landet, nicht zuletzt dank hiesiger Aushängeschilder wie Jack Stoiker oder auch Stahlberger, ziemlich schnell mal irgendwo in einer Schalk-Schublade. Direkt und irgendwie einfach zu hart für schöne Musik mit Tiefgang. Und dann sind da Dachs.

Da treffen nuancierteste Beats auf unaufdringliche Bässe, wohlige Synth-Pads auf organische Samples und verhallte Gitarrenpickings auf die für Dachs so bezeichnenden kleinen und grösseren Details. Ihre Songs sind mit derart viel Klangaccessoires gespickt, dass man sie auch beim vierten, fünften Mal hören noch immer neu entdeckt.

Die Stimme und die Texte von Basil Kehl aka. Wassily verleihen den Songs zusätzlich Tiefe und Struktur. Sie schweben mal über allem, mal mittendrin, mal weit weg und erzählen von Glück, Vorurteilen und Klischees, ungleichen Vergleichen, Bünzlitum und unseren Verstecken hinter menschlichen Fassaden. Ausgangspunkt sind dabei oft scheinbar unbedeutende und auf den ersten Blick beliebig und komisch wirkende Szenarien, die durch die präzisen Texte dann aber an Gewicht gewinnen und zwischen den Zeilen nach eigener Interpretation schreien. Texte, die dazu anregen, sich ebenfalls mit sich selbst, seinem Umfeld und dem aktuellen Zeitgeschehen auseinandersetzen.

In der sieben Songs umfassenden Büzlä EP steckt hörbar viel Arbeit und Liebe fürs Detail. Ein durchdachter Erstling, der auch dank den Texten zu keinem Zeitpunkt flach oder vorhersehbar ist.

Dachs taufen ihren Erstling morgen Samstag, 7. Mai im Palace in St. Gallen. An der Plattentaufe mit dabei sind Don’t Kill the Beast, Sensu und Gigolo Romantico.

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Rastloser Musikentdecker, Konzertgänger, Multimediaproduzent, Kulturkonsument, Fraine's Stimme & Gitarre.